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Universitätsklinikum Heidelberg
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Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der grĂśĂten medizinischen Zentren Deutschlands. Mit 2.599 Betten ist es das drittgrĂśĂte Universitätsklinikum in Deutschland.
Die Medizinische Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg besteht seit 1388 und ist damit die älteste in Deutschland; sie zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Derzeit (Stand Wintersemester 2019/20) studieren 4.098 Medizinstudenten an der Fakultät.cite-ref-0-3-0[3]
Gemeinsames Ziel von Klinikum und Medizinischer Fakultät ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung fĂźr den Patienten. Der Leitspruch des Universitätsklinikums lautet In Scientia Salus (âHeilung durch Wissenschaftâ).cite-ref-4[4]
Zum Universitätsklinikum-Konzern gehĂśren die Thoraxklinik, das Kreiskrankenhaus BergstraĂe in Heppenheim, sowie 12 weitere Tochterunternehmen in Bereichen wie medizinischer Versorgung, Service, Logistik und Ausbildung. Konzern und Fakultät beschäftigen 14.352 Mitarbeiter (2020) und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen werden jährlich rund 84.000 Patienten vollstationär und mehr als 1,1 Mio. Patienten ambulant behandelt.cite-ref-0-3-1[3]
Contents
⢠Geschichte
⢠Anfänge
⢠19. Jahrhundert
⢠Forschung
⢠Organisation
⢠Kennzahlen
⢠Klinikstandorte
⢠Stiftung
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geschichte
Anfänge
Die Universität Heidelberg wurde 1386 durch Kurfßrst Ruprecht I. mit päpstlicher Genehmigung gegrßndet. Eine der vier vorgesehenen Fakultäten war die medizinische Fakultät. Diese nahm 1388 den Betrieb auf. Die Anschaffung von zwei medizinischen Bßchern von 1474 ist dokumentiert. Obwohl ein praktischer Unterricht nicht stattfand, betrug die Dauer des Medizinstudiums bereits damals sechs Jahre.cite-ref-historie-des-universit-tsklinikums-heidelberg-5-0[5] Den Ersten Lehrstuhl fßr Medizin hatte von 1552 bis zu seinem Tod 1557 der Superintendent des Collegium principis, Medizinprofessor und praktische Arzt Johannes Wagenmann inne.cite-ref-6[6] Ein Botanischer Garten wurde 1593 als Kräutergarten angelegt und diente der Pharmakologie. Das Spital in der Bussemergasse wurde 1561 gegrßndet. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurden das Spital mit der medizinischen Fakultät fßr die praktische Ausbildung der Studenten zusammengelegt.
19. Jahrhundert
Die poliklinische Anstalt wurde 1805 erĂśffnet. Erstmals bestand die MĂśglichkeit, die Medizinstudenten systematisch praktisch am Patienten auszubilden.cite-ref-historie-des-universit-tsklinikums-heidelberg-5-1[5] 1818 wurde die chirurgische Klinik erĂśffnet. Die Poliklinik wurde unter Friedrich August Benjamin Puchelt 1826 neuerĂśffnet. Um 1864 kam es mit der Abtrennung der Augen- und Kinderklinik zu einer weiteren Aufteilung der Fachgebiete. Die vier vorklinischen Institute an der Heidelberger HauptstraĂe wurden 1874 neugebaut. Das Klinikum im Stadtteil Bergheim wurde 1867 unter der Leitung von Wilhelm Manchot gebaut.cite-ref-7[7] Die Zahnärztliche Klinik und Poliklinik (so benannt seit 1927) nahm ihren Anfang mit der am 1. Oktober 1895 gegrĂźndeten und von Carl Jung (1895â1900) geleiteten Zahnärztlichen Abteilung in der Chirurgischen Universitätsklinik und der 1924 erfolgten Einrichtung eines persĂśnlichen Ordinariates, besetzt mit Georg Blessing und 1930 planmäĂigen Ordinariates.cite-ref-8[8] Erstmals wurden 1899 Frauen zum Medizinstudium zugelassen.
Klinik in Bergheim
Im Stadtteil Bergheim wurde 1922 die Ludolf-Krehl-Klinik bezogen.cite-ref-uni32242-9-0[9] In den 1920er und 1930er Jahren folgte ein Neubau der Chirurgie auf der gegenĂźberliegenden Neckarseite im Neuenheimer Feld (wohin ab 1960 auch die meisten anderen Kliniken Ăźbersiedelten). Ăber 20 Hochschullehrer, auch Mediziner, wurden von 1933 bis 1945 aus politischen GrĂźnden aus der Universität Heidelberg ausgeschlossen. In der Chirurgie und Frauenklinik kam es zu Zwangssterilisationen. Kinderpatienten der Psychiatrie werden in der so genannten âEuthanasieâ-Aktion ermordet.
Klinik im Neuenheimer Feld
Die Chirurgische Universitätsklinik zog 1939 als erste Klinik ins Neuenheimer Feld. Der Neubau bietet Platz fĂźr 350 Betten.cite-ref-10[10] Karl Heinrich Bauer wurde am 8. August 1945 der ärztliche Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik, der erste Nachkriegsdirektor der Universität Heidelberg. Die Fakultät fĂźr Klinische Medizin Mannheim der Universität Heidelberg wurde 1964 als zweite medizinische Fakultät eingerichtet, später wurde sie in Medizinische Fakultät Mannheim umbenannt. Der Ministerrat beschloss 1976 das Konzept des âHeidelberger Klinikringsâ, der die Kliniken des Universitätsklinikums Heidelberg im Neuenheimer Feld vereinen sollte. Die einzelnen Gebäude wurden durch ein unterirdisches Gangsystem verbunden.cite-ref-heidelberger-klinikring-11-0[11] Die Kopfklinik im Neuenheimer Feld wurde 1987 erĂśffnet, der erste Stein im Klinikring.cite-ref-heidelberger-klinikring-11-1[11]
2001 wurde der Reformstudiengang Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) eingefĂźhrt. Der Neubau der Medizinischen Universitätsklinik im Neuenheimer Feld 410 wurde ab April 2004 bezogen.cite-ref-uni32242-9-1[9] Die Universität Heidelberg wurde unter maĂgeblicher Beteiligung der Medizinischen Fakultät âElite-Universitätâ.cite-ref-12[12] 2007 ist aus einer studentischen Initiative der Fakultät das Medinetz Rhein-Neckar entstanden, das sich um Patienten ohne Krankenversicherung kĂźmmert. Am 31. März 2008 wurde das Gebäude der Angelika-Lautenschläger-Kinderklinik Ăźbergeben in Anwesenheit des Ministerpräsidenten GĂźnther Oettinger und des Finanzministers Gerhard Stratthaus.cite-ref-13[13] Im März 2013 Ăźbernahm das Universitätsklinikum 90 Prozent des im Bundesland Hessen gelegenen Kreiskrankenhauses BergstraĂe.cite-ref-14[14] Die umgebauten und durch einen Neubau ergänzten Flächen der Technischen Orthopädie wurden 2015 erĂśffnet. Patienten und Mitarbeiter profitieren dadurch von mehr Raum in Werkstätten und Anprobenbereichen fĂźr Prothesen und Orthesen.cite-ref-15[15] Das im laufenden Klinikbetrieb umfassend sanierte und erweiterte Funktionsgebäude der Thoraxklinik wurde im Oktober 2015 erĂśffnet. Das Gebäude bietet erweiterte OP-Kapazitäten, räumliche Verzahnung der Bereiche und modernste Technik fĂźr die Hochleistungsmedizin.cite-ref-16[16] Im November 2015 feierten Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg Richtfest fĂźr den Neubau des Zentrums fĂźr Infektionsforschung (CIID).cite-ref-17[17]
2019 wurde bekannt, dass die Heidelberger Universitätsklinik einen nicht ausgereiften Brustkrebs-Bluttest mit einer PR-Kampagne als medizinischen Meilenstein angekßndigt hatte.cite-ref-18[18] Im Gefolge des Skandals mussten drei von fßnf Vorständen sowie der Klinik-Justiziar ihren Hut nehmen. Darßber hinaus verlies der Direktor der Frauenklinik, Christof Sohn, im Jahr 2022 das Universitätsklinikum.cite-ref-19[19]
Aktuelle Entwicklung
Seit 2019 betreibt das Universitätsklinikum ein Medical Intervention Car (MIC) einem Konzeptfahrzeug zur Verbesserung der auĂerklinischen Notfallmedizin.cite-ref-20[20]cite-ref-21[21] 2022 wurde nach 2 jähriger Bauzeit die um 1.700 Quadratmeter erweiterte Apothekte Ăźbergeben.cite-ref-22[22] Im Oktober 2025 wurde das Gebäude des 2024 insolventen St. Vincentius Krankenhauses in Heidelberg Ăźbernommen.cite-ref-23[23]
Nachdem das Vorhaben zur Ăbernahme des defizitären Universitätsklinikums Mannheims durch ein Veto des Kartellamts vorerst untersagt wurde, legten das Land und die Stadt Mannheim Beschwerde ein und bekamen vom Oberlandesgericht DĂźsseldorf Recht.cite-ref-24[24] Im Januar 2026 soll der neue Klinikverbund final entstehen, an welchem das Land mit 89,9 % und die Stadt Mannheim 10,1 % beteiligt sind.cite-ref-25[25]cite-ref-26[26]
Die aktuellen (Stand 2025) Bauvorhaben der Universitätsklinik sind:
⢠Neubau Herzzentrum & Informatics for Lifecite-ref-27[27]
⢠Neubau Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ)cite-ref-28[28]
⢠Sanierung der Kopfklinikcite-ref-29[29]
⢠Ausbau NCTcite-ref-30[30]
⢠Sanierung der Rechtsmedizin und Pathologiecite-ref-31[31]
Forschung
Die Medizinische Fakultät Heidelberg gilt als eine der bedeutendsten Forschungseinrichtungen in Deutschland. Es besteht insbesondere eine intensive Zusammenarbeit mit anderen in Heidelberg angesiedelten Forschungseinrichtungen wie dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Max-Planck-Institut fßr Medizinische Forschung, dem Zentrum fßr Molekulare Biologie Heidelberg (ZMBH) und dem Europäischen Laboratorium fßr Molekularbiologie (EMBL). Im Rahme der Exzellenzstrategie wird unter anderem an molekularen Grundlagen von Krankheiten geforscht.cite-ref-32[32]
Entsprechend den Behandlungsschwerpunkten liegen die Forschungsschwerpunkte in den Bereichen Infektionskrankheiten, Herz-Kreislaufforschung, Neurowissenschaften, Translationale und individualisierte Onkologie, Genetik, Transplantation und individualisierte Immuntherapie. Vor allem in der Krebsbehandlung setzt das Klinikum seinen Schwerpunkt. Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum, der Thoraxklinik Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe wurde das Nationale Centrum fĂźr Tumorerkrankungen (NCT) gegrĂźndet, das die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Forschung und Behandlung von Krebs begĂźnstigt. Ein weiterer Fokus liegt in der Behandlung kardiovaskulärer Erkrankungen im Rahmen des Herzzentrums Heidelberg. Innovationen auf diesem Gebiet stellen die EinfĂźhrung der ersten âChestpain Unitâ (Notaufnahme fĂźr Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt) sowie der ersten âAdvanced Heart Failure Unitâ (Ăberwachungsstation fĂźr Patienten mit schwerer Herzschwäche) dar.
Ausgewählte Forschnungsprojekte der Universität sowie der Klinik sind (Stand Dezember 2025):
⢠Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat 2016 den Ăźberregionalen Sonderforschungsbereich SFB 179 âUrsachen der Ausheilung bzw. Chronifizierung von Infektionen mit Hepatitisvirenâ mit einem FĂśrdervolumen von 12,1 Millionen Euro neu bewilligt. Sprecher ist Ralf Bartenschlager, Direktor der Abteilung fĂźr Molekulare Virologie am Zentrum fĂźr Infektiologie des Universitätsklinikums Heidelberg und Leiter des Forschungsschwerpunkts Infektionen und Krebs am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Neben weiteren Wissenschaftlern der Universität Heidelberg sind Teams des Universitätsklinikums Freiburg, der TU und LMU MĂźnchen sowie des DKFZ beteiligt.cite-ref-33[33]
⢠Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fĂśrdert den Heidelberger Sonderforschungsbereich (SFB) 1324 âMechanismen und Funktionen des Wnt-Signalwegsâ fĂźr 3,5 Jahre mit rund 10,9 Millionen Euro. Sprecher ist Michael Boutros, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg. Das interdisziplinäre Konsortium aus Heidelberg, Mannheim, DKFZ, EMBL, KIT und GĂśttingen erforscht die molekularen Mechanismen der Wnt-SignalĂźbertragung, die zentral fĂźr Entwicklung, Stammzell-Selbsterneuerung und Krankheiten wie Krebs sind. Ziel ist, die Signalwege besser zu verstehen und neue Diagnose- und Therapieansätze zu entwickeln.cite-ref-34[34]
⢠Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg sind an sechs der insgesamt acht Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung beteiligt.cite-ref-35[35] Ziel der durch das Bundesministerium fĂźr Bildung und Forschung (BMBF) gefĂśrderten Zentren ist es, neue medizinische Forschungsergebnisse zu den groĂen Volkskrankheiten schneller in die Anwendung zu bringen. Zentren mit Heidelberger Beteiligung sind: Deutsches Zentrum fĂźr Lungenforschung, Deutsches Zentrum fĂźr Herz-Kreislaufforschung, Deutsches Zentrum fĂźr Infektionsforschung, Deutsches Konsortium fĂźr Translationale Krebsforschung, Deutsches Zentrum fĂźr Diabetesforschung, Deutsches Zentrum fĂźr Psychische Gesundheit.cite-ref-36[36]
⢠Wissenschaftler am Zentrum fĂźr Kinder- und Jugendmedizin bauen ein zentrales europäisches Patientenregister auf, das Daten zu insgesamt 26 seltenen StoffwechselstĂśrungen erfasst. Unbehandelt kĂśnnen diese StoffwechselstĂśrungen zum Tod oder zu schweren Organschäden fĂźhren. Die Europäische Union fĂśrdert das âEuropean network and registry for homocystinurias and methylation defectsâ (E-HODcite-ref-37[37]) mit 28 Projektpartnern aus 22 Ländern in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 1,15 Millionen Euro.cite-ref-38[38]
⢠Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fĂśrdert den neuen Sonderforschungsbereich (SFB) 1709 âZelluläre Plastizität in malignen myeloischen Erkrankungen â Vom Mechanismus zur Therapieâ mit rund 15,8 Millionen Euro an der Medizinischen Fakultät Heidelberg. Sprecher ist Carsten MĂźller-Tidow. Der SFB untersucht, wie sich Krebszellen des blutbildenden Knochenmarks im Krankheitsverlauf und unter Therapie verändern, um Therapieresistenzen zu Ăźberwinden. DafĂźr werden umfangreiche Patientenproben und modernste Technologien genutzt. Partner sind neben Heidelberg auch das DKFZ, EMBL, BIH, TU MĂźnchen und weitere. Ziel ist die Entwicklung neuer, innovativer Therapieansätze gegen Leukämien und verwandte Erkrankungen.cite-ref-39[39]
⢠Sonderforschungsbereich mit Beteiligung der Universitätslikinik (2025): SFB 1709: âZelluläre Plastizität in malignen myeloischen Erkrankungen â Vom Mechanismus zur Therapieâ (Sprecher: Carsten MĂźller-Tidow); SFB 1324: âMechanismen und Funktionen des Wnt-Signalwegsâ (Sprecher: Michael Boutros); SFB 1261: âMagnetoelektrische Sensoren: Von Kompositmaterialien zu biomagnetischer Diagnoseâ; SFB 1328: âAdeninnukleotide in Immunität und EntzĂźndungâ; SFB 1381: âDynamische Organisation zellulärer Proteinmaschinerienâ; SFB/TRR 319: âRNA-Modifikation und Prozessierungâ (Sprecher: Universität Mainz, mit Heidelberg beteiligt); SFB 1550: âMolekulare Schaltkreise von Herzerkrankungenâ (in enger Kooperation mit Medizinischer Fakultät Heidelberg), SFB/TRR 125: âWissens- und modellbasierte Chirurgieâ (Sprecher: Joachim Jähne); SFB/TRR 179: âUrsachen der Ausheilung bzw. Chronifizierung von Infektionen mit Hepatitisvirenâ (Sprecher: Ralf Bartenschlager); SFB/TRR 326: âMathematische Uniformisierung in Geometrie und Arithmetikâ (Koordination Frankfurt, Heidelberg beteiligt); SFB/TRR 379: âNeuropsychobiologie der Aggression: Ein transdiagnostischer Ansatz bei psychischen StĂśrungenâ (Co-Sprecherin: Sabine Herpertz, Heidelberg); SFB/TRR 156: âDie Haut als Sensor und Initiator von lokalen und systemischen Immunreaktionenâ (Sprecher: Alexander Enk, Medizinische Fakultät Heidelberg)
Lehre und Ausbildung
An der Medizinischen Fakultät Heidelberg waren im Wintersemester 2019/20 4.980 Studenten eingeschrieben. Im Oktober 2001 wurde der Reformstudiengang Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) eingefßhrt, der eine praxisbezogene Ausbildung anstrebt und in Zusammenarbeit mit der Harvard Medical School in Boston entstanden ist.
Als einzige deutsche Universität unterhält die Universität Heidelberg zwei medizinische Fakultäten: eine in Heidelberg und eine im benachbarten Mannheim. Das primäre Lehrkrankenhaus der Medizinischen Fakultät Mannheim ist dabei das Universitätsklinikum Mannheim.
Ein weiterer Schwerpunkt des Klinikums ist die Ausbildung von nicht-ärztlichem medizinischen Personal. Das Universitätsklinikum Heidelberg hat 2005 gemeinsam mit anderen regionalen Krankenhäusern die Akademie fĂźr Gesundheitsberufe Heidelberg gegrĂźndet. Die Akademie bietet Ausbildungsplätze in zwĂślf Gesundheitsfachberufen â u. a. Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege, Logopädie und Physiotherapie â und vier staatlich anerkannte Weiterbildungen fĂźr Pflegeberufe an. Rund 800 Ausbildungsplätze stehen zur VerfĂźgung, die Einrichtung zählt zu den grĂśĂten ihrer Art in Deutschland.
Zudem ist das Universitätsklinikum Träger eines BerufsfÜrderungswerkes fßr Menschen mit kÜrperlicher und psychischer Behinderung. Als gGmbH ist das Kurt-Lindemann Haus in Schlierbach ein Tochterunternehmen der Universität Heidelberg und bildet jedes Jahr rund 30 Personen in den Berufen Bßrokraft, Kaufmann fßr Bßromanagement und Industriekaufmann aus.
Organisation
Geleitet wird das UKHD vom Vorstand. Er setzt sich aus dem leitenden ärztlichen Vorstand Jßrgen Debus, der kaufmännischen Direktorin Katrin Erik, dem Dekan der Fakultät Michael Boutros, der Pflegedirektorin Yvonne Dintelmann und dem stellvertretenden leitenden ärztlichen Vorstand Markus Weigand zusammen. Dieses Leitungsgremium wird vom Aufsichtsrat kontrolliert. Ihm gehÜren u. a. die in der Baden-Wßrttembergische Landesregierung zuständigen Ministerin fßr Wissenschaft und Finanzen sowie weitere Vertreter aus Wissenschaft, Gesellschaft und der Wirtschaft an.
Kennzahlen
Mit Tochterunternehmen hatte das Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) im Jahr 2024 rund 14.544 Mitarbeiter und war damit einer der grĂśĂten Arbeitgeber in der Region.cite-ref-1-41-2[41] Die Gesamteinnahmen betrugen im Jahr 2024 rund 1,33 Milliarden Euro, inklusive Drittmitteln und InvestitionszuschĂźssen. Der Umsatz lag 2024 bei 1,385 Milliarden Euro, das EBITDA lag bei rund â17.791 âŹ. Der Jahresfehlbetrag lag im selben Jahr bei rund 31.419.000 âŹ.cite-ref-1-41-3[41]
Klinikstandorte
Die meisten Kliniken des Universitätsklinikums befinden sich auf dem neuen naturwissenschaftlich-medizinischen Campus Im Neuenheimer Feld im sogenannten Klinikring. Auf dem Campus Bergheim befinden sich die psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken. Die Orthopädie liegt im Stadtteil Schlierbach. Im Einzelnen gliedert sich das Universitätsklinikum Heidelberg wie folgt:
Campus Neuenheimer Feld:
⢠Chirurgische Klinik (Zentrum)
⢠Kinderchirurgie
⢠Klinik fßr Herzchirurgie
⢠Klinik fĂźr GefäĂ- und Endovaskuläre Chirurgie
⢠Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft fßr Chirurgie (SDGC)
⢠Zentrum fßr Innere Medizin (Krehl-Klinik, nach Ludolf von Krehl)
⢠Klinik fßr Endokrinologie, Diabetologie, Stoffwechselerkrankungen und klinische Chemie
⢠Klinik fßr allgemeine innere Medizin und Psychosomatik
⢠Klinik fßr Kardiologie, Angiologie und Pneumologie
⢠Klinik fßr Gastroenterologie, Hepatologie, Infektionskrankheiten, Vergiftungen
⢠Klinik fßr Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie
⢠Klinik fßr medizinische Onkologie
⢠Sportmedizin
⢠Institut fßr experimentelle Kardiologie
⢠Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie
⢠Zentrum fßr Kinder- und Jugendmedizin
⢠Allgemeine Pädiatrie, Neuropädiatrie, Stoffwechsel, Gastroenterologie, Nephrologie
⢠Klinik fßr Kinderkardiologie und angeborene Herzfehler
⢠Klinik fßr pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Immunologie, Pneumologie
⢠Neonatologie
⢠Klinik fßr diagnostische und interventionelle Radiologie
⢠Frauenklinik (Zentrum)
⢠Klinik fßr Frauenheilkunde und Geburtshilfe
⢠Brustzentrum
⢠Klinik fßr gynäkologische Endokrinologie und FertilitätsstÜrungen
⢠Hautklinik (Zentrum)
⢠Hautklinik
⢠Hauttumorzentrum
⢠Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT)
⢠Kopfklinik (Zentrum)
⢠Augenklinik
⢠Hals-, Nasen- und Ohrenheilklinik
⢠Klinik fßr Anästhesiologie
⢠Neurologische Klinik
⢠Neurologie und Poliklinik
⢠Klinische Neurobiologie
⢠Neuroradiologie
⢠Schlaganfallkonsortium Rhein-Neckar
⢠Neuroonkologieprogramm Universität Heidelberg und DKFZ
⢠Neurochirurgische Klinik
⢠Mund-, Zahn- und Kieferklinik
⢠Poliklinik fßr Zahnärztliche Protethik
⢠Klinik und Poliklinik fßr Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
⢠Poliklinik fßr Kieferorthopädie
⢠Poliklinik fßr Zahnerhaltungskunde
⢠Radiologische Klinik
⢠Diagnostische und interventionelle Radiologie
⢠Nuklearmedizin
⢠Klinik fßr Palliativmedizin
⢠Nationales Centrum fßr Tumorerkrankungen (NCT)
Campus Bergheim:
⢠Zentrum fßr Psychosoziale Medizin
⢠Klinik fßr allgemeine Psychiatrie
⢠Klinik fßr allgemeine innere Medizin und Psychosomatik
⢠Institut fßr medizinische Psychologie
⢠Institut fßr psychosoziale Prävention
Weitere Standorte:
⢠Kreiskrankenhaus BergstraĂe
⢠Thoraxklinik (Standort Heidelberg-Rohrbach)cite-ref-42[42]
⢠Zentrum fßr Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie (Standort Heidelberg-Schlierbach)cite-ref-43[43]
⢠Klinik fßr Orthopädie
⢠Klinik fßr Paraplegiologie-Querschnittzentrum
⢠Klinik fßr Unfall- und Wiederherstellungschirurgie
Daneben gibt es mehrere dem Universitätsklinikum Heidelberg zugehÜrige Institute, die weiterfßhrende Diagnostik und Forschung durchfßhren:
⢠Heidelberg Institute of Global Health (HIGH)
⢠Heidelberger Institut fßr Psychotherapie (HIP)
⢠Institut fßr Humangenetik
⢠Institut fßr Immunologie
⢠Institut fßr Medizinische Informatik
⢠Institut fßr Medizinische Biometrie
⢠Pathologisches Institut
⢠Institut fßr Rechtsmedizin und Verkehrsmedizin
⢠Zentrum fßr Infektiologie
AuĂerdem gibt es von der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg administrierte Institute:
⢠Institute for Computational Biomedicine
⢠Institut fßr Anatomie und Zellbiologie
⢠Institut fßr Geschichte und Ethik der Medizin
⢠Institut fßr Physiologie und Pathophysiologie
⢠Interdisciplinary Neurobehavioral Core (INBC)
⢠Pharmakologisches Institut
Stiftung
Die Heidelberger Stiftung Chirurgie ist eine gemeinnĂźtzige Einrichtung zur UnterstĂźtzung der Medizin. Die Stiftung fĂźhrt den Namen âHeidelberger Stiftung Chirurgieâ und ist eine nichtrechtsfähige Stiftung des bĂźrgerlichen Rechts. Sie wurde im FrĂźhjahr 2003 gegrĂźndet, als sich Ărzte, Pflegepersonal und andere Mitarbeiter des Universitätsklinikums Heidelberg sowie Vertreter der Ăffentlichkeit mit dem Ziel trafen, die medizinischen Qualitätsstandards in Heidelberg, zu bewahren und auszubauen.
Der Zweck ist die FÜrderung der Hochschulmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg, Chirurgische Klinik und den weiteren Standorten, in denen der ärztliche Direktor der Klinik auch ärztlicher Direktor der dortigen Chirurgie ist. Hierdurch soll die Patientenversorgung in Verbindung mit dem wissenschaftlichen Auftrag zur Forschung und Lehre unterstßtzt werden.cite-ref-44[44]
Vorfälle und Kritik
AnkĂźndigung eines Bluttestes zur FrĂźherkennung von Brustkrebs
Der damalige Chef der Frauenklinik Christof Sohn hatte 2019 einen Bluttest zur FrĂźherkennung von Brustkrebs Ăśffentlichkeitswirksam vorgestellt und eine zeitnahe klinische Anwendung angekĂźndigt. Dies tat er trotz Wissen um die mangelnde Validität der Testergebnisse. Der Vorsitzende einer einberufenen externen Untersuchungskommission Matthias Kleiner sprach in diesem Zusammenhang von âFĂźhrungsversagen, Machtmissbrauch und Eitelkeitâ in der Klinik.cite-ref-45[45]
Siehe auch
Literatur
⢠Gotthard Schettler (Hrsg.): Das Klinikum der Universität Heidelberg und seine Institute. Springer, Berlin/Heidelberg 1986, ISBN 3-540-16033-7.
⢠BroschĂźre Zukunft gestalten â Porträts aus medizinischer Forschung und Lehre. Oktober 2010 (online).
⢠Broschßre Patienteninformation des Universitätsklinikums Heidelberg. Auflage 2007.
⢠Artikel zum Universitätsklinikum Heidelberg im Rhein-Neckar-Wiki
⢠Eberhard StĂźbler: Geschichte der medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg. 1386â1925. Heidelberg 1926.
Weblinks
Commons
: Universitätsklinikum Heidelberg
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Literatur von und ßber Universitätsklinikum Heidelberg im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Website des Universitätsklinikums Heidelberg
⢠Website der Medizinischen Fakultät Heidelberg
⢠Website zum medizinischen Reformstudiengang HeiCuMed
Einzelnachweise
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